Das Akademielogo trägt den Namen KAIROS in sich. Er steht als Figur und findet sich als Relief im Haus in der Rudolfstraße 31, in dem auch die Akademie ihre Räumlichkeiten hat.
Warum der KAIROS?
Der KAIROS (von altgriechisch καιρός) versinnbildlicht den hohen Rang des Augenblicks im Leben wie im Sterben. Auch die Menschen im Johannes-Hospiz, sei es stationär, ambulant oder im Bereich der Trauerbegleitung, stehen unter der Gunst und dem Ergreifen seiner Zeit.
Die Entscheidung für den KAIROS ist nicht zuletzt Zeichen und Ausdruck des Nachdenkens über hospizliche Erfahrung, ohne die Hospizarbeit im Allgemeinen und Bildungsarbeit im Besonderen nicht auskommt. Sie ist sichtbarer Ausdruck vom Anspruch und Auftrag von Reflexion im palliativen Kontext, von dem Bemühen um ein Lernen und ein Verstehen. Der KAIROS birgt eine Signatur aus Kraft und Relevanz der Antike für die Hospizpraxis der Gegenwart.
Was macht ein Leben bis zuletzt lebenswert? Es ist die Summe aus Selbstbestimmung, tiefer menschlicher Zuwendung und dem Gefühl, auch in schweren Zeiten Teil einer tragenden Gemeinschaft zu sein. Diese Ausgabe des Kairos zeigt, wie vielfältig wir diese Werte im Johannes-Hospiz lebendig halten.
Zur tragenden Gemeinschaft zählen häufig Menschen, die sich weit über das Erwartbare hinaus engagieren: Sei es durch außergewöhnlichen persönlichen Einsatz, wie bei unserer Ehrenamtlichen Lu Maschke, die für uns von Münster nach Kopenhagen radelt, oder durch die langjährige Treue des Münsteraner Zahnärztevereins, der uns im letzten Jahr mit einer Rekordspende aus Zahngold-Erlösen unterstützt hat.
Zur Selbstbestimmung trägt die Spirituelle Verfügung als wertvolle Ergänzung zur Patientenverfügung wesentlich bei. Sie hilft, persönliche Hoffnungen und Wünsche für das Lebensende festzuhalten – ein Thema, das wir auch beim 24. Nordwestdeutschen Hospiztag unter dem Aspekt „Spiritual Care“ vertiefen werden.
Wie wir uns den Menschen ganzheitlich zuwenden, zeigen exemplarisch die Themen, denen wir uns jüngst gemeinsam gewidmet haben: von der wohltuenden Kraft der Aromaöle bis hin zur Herausforderung des Schmerzmanagements bei Suchtpatienten. Dass uns dabei auch existenzielle Fragen bewegen, bewies ein literarischer Abend zu Shakespeares „Hamlet“, der den Austausch über Schuld und Endlichkeit anregte.
Um diese Qualität der Begleitung für die Zukunft zu sichern, investieren wir in den Nachwuchs. Sei es im Dialog mit der Timmermeisterschule oder im engen Austausch mit Praxisanleitenden – wir bereiten junge Fachkräfte darauf vor, Menschen in ihrer letzten Lebensphase würdevoll zu begleiten.
Wir laden Sie ein, in dieser Ausgabe zu entdecken, wie viele Hände und Herzen daran mitwirken, das Johannes-Hospiz zu einem Ort der Geborgenheit zu machen.
Ihr Ludger Prinz
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Seit Mai 2015 steht im Garten der Akademie des Johannes-Hospizes eine Statue des Kairos. Sie stellt eine Rekonstruktion des verlorenen Originals nach dem antiken Bildhauer Lysipp dar und ist als solche weltweit einzig. Diese für die Hospizarbeit programmatische Figur zur Gunst des Augenblicks und damit zur Chance der Gegenwart ist nun als Statuette für 1600 € zu erwerben. ... mehr